Aufgewachsen bin ich in Achern. Hier habe ich gelernt, dass solide Arbeit und ein klarer Kompass weiter tragen als jede Inszenierung – ein Verständnis, das mein unternehmerisches Handeln bis heute prägt.
Mein erstes Unternehmen habe ich 2004 gegründet, mit 25.000 Euro Startkapital von meinem Vater: Intellishop, eine E-Commerce-Software für mittlere und große Marken wie T-Mobile und Eismann. Sechs Jahre später kam der erste Exit – Intellishop ging an LEA Private Equity und S-Kap.
Was ich aus dieser Zeit mitgenommen habe, hat das nächste Kapitel geprägt. 2012 habe ich powercloud gegründet, eine Cloud-Plattform für die Energiewirtschaft. Wir sind mit einer einfachen Beobachtung gestartet: Die etablierten IT-Systeme der Energieversorger waren weder für die Geschwindigkeit der Digitalisierung gemacht noch für die kommende Welt aus Solar, Speicher und Elektromobilität.
Aus dieser Idee ist eine Plattform geworden, auf der heute namhafte Energieversorger in Deutschland und international ihre Kunden- und Marktprozesse abbilden. 2019 ist General Atlantic eingestiegen – die folgenden Jahre haben uns geholfen, international zu wachsen und das Unternehmen zu institutionalisieren. Anfang 2024 haben wir powercloud vollständig an die australische Hansen Technologies übergeben.
Parallel dazu sind weitere Unternehmen entstanden, die ich mit aufgebaut und später veräußert habe: chargecloud, Sprungpark, Preventio, Output.Rocks. Jedes mit eigener Geschichte, jedes mit eigenen Lehren.
Aus diesen Jahren ist KAREMHA entstanden. Ursprünglich gedacht als Beteiligungsvehikel rund um meine eigenen Unternehmen, ist daraus heute ein Single Family Office geworden, das auf zwei operativen Beinen steht – fundamentales Geschäft mit Schwerpunkt Immobilien, Energie und Infrastruktur sowie Technologie mit Schwerpunkt B2B-Software und Künstliche Intelligenz – und das diese Aktivitäten durch ein Wertpapierportfolio, Investitionen in Private Markets sowie eine eigene Family-Office-Einheit ergänzt.
Was mich antreibt, ist nicht Diversifizierung um ihrer selbst willen. Es ist das Interesse an Themen, in denen ich wirklich etwas beitragen kann – als Investor, als Ratgeber, an manchen Stellen auch als Bauherr. Die Illenauwiesen in Achern sind dafür ein gutes Beispiel: ein Quartier, das nicht aus Renditelogik entstanden ist, sondern aus dem Anspruch, in der eigenen Stadt etwas Bleibendes zu schaffen.
Heute treiben mich vor allem drei Dinge: Gründerinnen und Gründer beim Skalieren ihrer B2B-Tech-Unternehmen zu unterstützen – mit Kapital, Erfahrung und Netzwerk, am liebsten verbunden mit einem Beiratsengagement; besonders interessieren mich Künstliche Intelligenz, Energie und Business Scaling. Mit einem Modellquartier in Achern zu zeigen, dass klimaneutrales Wohnen und Arbeiten schon heute wirtschaftlich tragfähig ist – ohne Subventionen, ohne Abstriche und übertragbar auf andere Standorte. Und, parallel zum operativen Geschäft, zu den strategischen Entscheidungslogiken von Tech-Gründern in der investorenfinanzierten Skalierungsphase zu promovieren.
KAREMHA ist heute mein Single Family Office. Im Kern ist es vor allem ein langfristiger unternehmerischer Plan – und ein Versprechen, dass wir das, was wir tun, mit der nötigen Gründlichkeit tun.
— Marco Beicht